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Wenn der Magen knurrt: Tiertafeln helfen bedürftigen Vierbeinern

Hund mit Napf im Maul advice
© Shutterstock

In finanziellen Notlagen stellt die Versorgung des geliebten Haustieres schnell ein Problem dar. Wenn das Geld nicht reicht, helfen Tiertafeln einem bedürftigen Tierhalter, sei es in Berlin, Hamburg, München oder Düsseldorf. Doch wie funktioniert das Konzept und welche Hilfen gibt es genau?

von Nina Brandtner

Das Wichtigste in Kürze

  • Tiertafeln sind eingetragene Vereine
  • Tiere, deren Halter sich in finanzieller Not befindet, erhalten hier Futter und andere Spenden
  • Privatleute und Unternehmen können Geld, Nahrung oder Tierzubehör spenden

Wie funktionieren Tiertafeln?

Tiertafeln sind eingetragene Vereine, die sich von Ehrenämtern, Freiwilligenhilfe und Spenden jeglicher Art finanzieren. Sie helfen Tieren, deren Halter in finanzielle Notlagen geraten sind. In erster Linie bekommen Bedürftige für ihre Tiere Nahrung verschiedener Art. Aber auch Sachspenden sind erhältlich.

Welche Voraussetzungen gibt es für die Teilnahme?

Der Andrang durch Bedürftige und deren Tier ist leider sehr groß. Deshalb versuchen die Verantwortlichen händeringend, Missbrauch zu vermeiden. Einige Voraussetzungen sind von Teilnehmern deshalb zu erfüllen, um die Dienste in Anspruch zu nehmen:

  • Nachweis über die finanzielle Notlage – beispielsweise Rentenbescheid, Hartz-IV-Bescheid oder Aufstockungsbescheid
  • Gültiger Impfausweis des Tieres
  • Nachweis darüber, seit wann das Tier im Besitz des Halters ist

Der letzte Punkt mag auf den ersten Blick irritieren – er dient jedoch dem Tierwohl.

Tafeln unterstützen ausdrücklich nicht den Erwerb von Tieren, wenn bereits eine Notlage besteht.

Der Nachweis belegt also, dass das Tier schon vor der Notlage im Besitz des Halters war.

Welche Produkte sind bei den Tafeln erhältlich?

Tiertafeln helfen nicht ausschließlich mit Futter weiter. Auch anderen Tierbedarf stellen die Vereine zur Verfügung:

Die Futterrationen sollen im Idealfall genau den Zeitraum bis zur nächsten Öffnung überbrücken. Von allen Futter- und Sachmitteln sind die entsprechenden Mengen erhältlich.

Gibt es auch tierärztliche Hilfe?

Neben dem Futter ist auch der gesundheitliche, medizinische Aspekt ein großer Kostenfaktor. Inzwischen haben sich in vielen Städten Veterinärmediziner bereiterklärt, regelmäßig auszuhelfen und die Tafeln zu unterstützen. Die Behandlungen sind zwar kostenpflichtig – jedoch zum Mindestsatz.

In einigen Städten fahren sogar in regelmäßigen Abständen Tierarztbusse vor. Hier sind die Behandlungen kostenfrei.

Wie können Privatleute helfen?

Ob praktische Hilfe, Futterspenden oder ausrangierte Hundekörbchen – Hilfe wird bei Tiertafeln immer gern gesehen.

Futter- und Sachspenden

Hunde sind die häufigsten „Kunden“ bei Tiertafeln. Mit einigem Abstand folgen Katzen. Alle Vierbeiner brauchen Nahrungsmittel verschiedenster Art. Leckerchen, Nass- und Trockenfutter sind stets ganz oben auf der Liste. Natürlich ist es immer sinnvoll, vor einer Spende den aktuellen Bedarf zu erfragen. Auch Sachspenden helfen: von Spielzeug für die Tiere bis hin zu Kuscheldecken, Hundekörbchen und Kratzbäumen.

Geldspenden

Finanzielle Hilfen sind das tägliche Brot der Tiertafeln. Sie finanzieren sich ausschließlich über Spenden und sind darauf angewiesen. Völlig egal, wie hoch der gespendete Betrag ist – er hilft.

Nicht nur Futter kostet Geld, auch Mieten, Nebenkosten und Mobiliar müssen finanziert werden.

Tiertafeln sind immer eingetragene Vereine. Mitgliederbeiträge sind automatisch Spenden. Natürlich sind auch einmalige oder unregelmäßige Spenden stets willkommen. Die Daten zum jeweiligen Spendenkonto finden sich auf der Website der entsprechenden Tafel. Als Firma, Unternehmen oder Ich-AG ist außerdem die Unterstützung als Sponsor möglich. Hier ist ebenfalls kein hoher Betrag nötig.

Übrigens: In der Hektik des Alltags werden sie schnell übersehen, aber in vielen Supermärkten stehen Spendenboxen. Sie helfen nicht nur, indem Sie das Wechselgeld in die Büchse geben. Sofern in Ihrem Supermarkt noch keine Box steht, können Sie gleich eine Box aufstellen!

Praktische Hilfe

Viele Freiwillige haben das Bedürfnis, die Ärmel hochzukrempeln. Diese Art der praktischen Hilfe ist gern gesehen. Dabei sind die Aufgaben vielfältig. Sie reichen von der Futterausgabe über Fahrten zwecks Spendenabholung bis hin zu Bürotätigkeiten.

Wo gibt es Tiertafeln in Deutschland?

Von Nord bis Süd, von West nach Ost – insgesamt gibt es in Deutschland inzwischen 47 Tafeln für bedürftige Haustiere. Sie verteilen sich über die gesamte Republik. In städtischen Ballungsgebieten sind die gemeinnützigen Vereine etwas häufiger anzutreffen. Schließlich gibt es hier mehr Hunde. Aber auch im ländlichen Raum finden bedürftige Herrchen und Frauchen eine Tafel.